Jeder einzelne soll das Dorf mit Leben füllen

Lieser Bürger geben Startschuss zur 700-Jahrfeier. Wie sehr sich das ganze Dorf damit identifiziert, machte schon der gute Besuch der Eröffnungsfeier am Samstagabend, die von den Liesetaler Musikanten umrahmt wurde, mehr als deutlich.

In der festlich mit Bildern aus der Vergangenheit des Dorfes geschmückten Schützenhalle war so gut wie kein Platz mehr frei. Und ein Blick in die Gästeliste zeigte, welchen Stellenwert das Dorf in der Gemeinschaft hat. Angefangen vom heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Patrick Sensburg, über Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge und Ortsvorsteher Ulrich Brieden mit seinen Kollegen aus den Nachbargemeinden bis hin zu den Vertretern der Kirche mit Altabt Stephan Schröer an der Spitze, der auch die Festansprache hielt.

In seiner gewohnt lockeren Art ging Altabt Schröer auf den Sinn von Jubiläen ein, die nicht nur ein Grund zum Nachdenken seien, sondern auch dazu da, Mut und Kraft für die Zukunft zu sammeln. Dies bedeute, dass Dorf mit Leben zu füllen und da sei auch in Liesen jeder Bürger mehr denn je gefragt.

Zuvor hatte Ortsvorsteher Ulrich Brieden von einem besonderen Grund zum Feiern gesprochen, der gesamten Bürgerschaft gratuliert und diese für ihr Engagement gelobt, das sie an den Tag gelegt hätten, um 700 Jahre Liesen in würdiger Form zu feiern. Er sei stolz darauf, so Ulrich Brieden, dass es Liesen als Dorf mit reichlich Landwirtschaft gelungen sei, sich zu einer Gemeinde zu entwickeln, in der heute der Tourismus eine nicht zu unterschätzende Rolle spiele. Brieden warf zwar einen kurzen Blick zurück in die wechselvolle Geschichte des Ortes, wollte aber Jürgen Dollberg vom Autorenteam der Dorfchronik nicht vorgreifen.

304 Seiten Dorfgeschichte

Auch Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge ließ es sich nicht nehmen, dem Dorf und seiner Bevölkerung zu gratulieren. Der schöne Ort Liesen habe eine intakte Dorfgemeinschaft, die mit viel ehrenamtlichem Engagement stets dafür Sorge trage, das Dorf immer schöner zu gestalten.

Auf 304 Seiten hat Jürgen Dollberg mit seinem sechsköpfigen Team unter dem Titel: „Liesen: gestern, heute, morgen“ zusammengetragen, was in den letzten 700 Jahren in Liesen alles los war. Da ist die Geschichte der Kirche, der Schule und des Waldes ebenso aufgeführt wie Berichte über die Hausiererei und die Jagdzeit in Liesen sowie dem Tourismus. An die beiden Weltkriege wird erinnert und an die Zeit, als Liesen noch selbstständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister war. Neben einigen Anekdoten stellen sich die örtlichen Vereine vor. Allen voran der Bürgerverein, der für die Herausgabe dieser Chronik letztlich verantwortlich zeichnete, wie Jürgen Dollberg in seiner Vorstellung mitteilte.

Im Rahmen des Abends kamen insbesondere die Videobotschaften von Wetterbauer Franz Jütten, Briefträger Goldkuhle und Kabarettistin Frieda Braun sowie die weiteren Programmpunkte sehr gut an.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Dorfjubiläums ist am 27. April mit einem Film- und Bilderabend in der Lieser Schützenhalle.

Zudem finden – Stand heute – folgende Veranstaltungen im Jubiläumsjahr statt: Am Samstag, 25. Mai, ein Oldieabend in der Lieser Schützenhalle sowie am 1. September als Höhepunkt des Festjahres der „Stehende Festzug“.

Quelle: WP (Joachim Aue)